Das Embryoscope

Das Embryoscope ist ein neuartiges Kultivierungs- und Dokumentationsgerät

Das Embryoscope ist ein neuartiges Kultivierungs- und Dokumentationsgerät. Es wurde seit 2009 bereits bei 300 000 Behandlungen eingesetzt. Das erste Embryoscope-Baby wurde im Jahr 2010 geboren.

Das Embryoscope ist ein Inkubator, der für die Kultivierung von Embryonen entwickelt wurde und in welchen ein Mikroskop und eine Kamera eingebaut sind. Die Kamera nimmt während der gesamten Zeit der Kultivierung in regelmäßigen Abständen automatisch Bilder von den Embryonen. Aus den Bildern wird ein Video zusammengestellt, in dem die gesamte frühe Entwicklungsphase des Embryos dargestellt ist. Bei einer Kultivierung in einem herkömmlichen Brutschrank kann man die Entwicklung der Embryonen nur zu bestimmten Zeitpunkten verfolgen, wofür die Embryonen für die mikroskopische Untersuchung aus dem Brutschrank genommen werden müssen. Viele wichtige Anzeichen bei der Entwicklung der Embryonen bleiben dabei unvermeidbar unsichtbar. Mit Hilfe des Time-lapse Verfahrens kann man die Embryonen während der gesamten Dauer der Kultivierung ohne störende Eingriffe beobachten.

 

Infolge der Time-lapse-Technik sind auch Kulturflüssigkeiten auf den Markt gekommen, welche die Entwicklung der Blastocysten während der gesamten Dauer der Kultivierung unterstützen (sog. ”single-step medium”), bis zum Tag 5-6. Herkömmlich wurde die Kulturflüssigkeit am Tag 3 ausgetauscht (sog. ”sequential medium”). Die Single-step Lösung in Verbindung mit dem time-lapse Verfahren garantiert ungestörte Bedingungen für das Embryo von der Befruchtung bis zu der Übertragung des Embryos.

Zusätzlich zu den ungestörten Kultivierungsbedingungen hat die time-lapse Kultivierung des Embryoscopes auch andere bedeutende Vorteile. Man erhält etliche Informationen über das Embryo, welche bei der herkömmlichen Kultivierung unentdeckt bleiben würden. Bei der Auswahl der Embryonen wird üblicherweise die Dynamik der Teilung als Kriterium herangezogen, also in welchem Tempo die Teilung geschieht, die Anzahl der im Embryo enthaltenen Fragmente und die embryonale Mehrkernigkeit. Zum Beispiel wurden bei mehrkernigen Embryonen schwächere Implantation- und Schwangerschaftsraten festgestellt[1],[2]  aber ein großer Teil der Mehrkernigkeit blieb bei den herkömmlichen Kultivierungsverfahren unentdeckt. Die erste Teilung der Embryonen ist ein wichtiges Stadium. Normalerweise teilen sich die Embryonen erst in zwei Zellen, weiter in vier Zellen und weiter in acht Zellen. Ein Teil der Embryonen teilt sich asymmetrisch, z.B. direkt von einzellige in dreizellige oder zweizellige in fünfzellige. Solche Embryonen haben bei Untersuchungen deutlich verringerte Schwangerschaftsergebnisse aufgezeigt.[3]

Embryoscope

 

Bei Untersuchungen wurde festgestellt, dass mit Hilfe des Embryoscope time-lapse Verfahrens bessere Schwangerschaftserfolge im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren erzielt werden[1],[2]. Die Zahl der Fehlgeburten verringert sich[3] und unnötige Embryonentransfers werden vermieden, die Zeit bis zur Schwangerschaft verkürzt sich also.

Warum lohnt es sich, Embryonen im Embryoscope zu kultivieren?

  • Hilft bei der Auswahl der zu übertragenden Embryonen
  • Stabile Bedingungen während der gesamten Dauer der Kultivierung
  • Der Behandlungsaufwand für die Embryonen reduziert sich, die Embryonen müssen für die Untersuchung nicht mehr aus dem Brutschrank genommen werden
  • Durchgehende Beobachtung der Entwicklung der Embryonen
  • Bessere Schwangerschaftsraten

Ein Embryoscope steht zur Verfügung in unseren Kliniken in Helsinki und Tampere.

Embryoscope

[1] Ergin E.G. et al (2014) Fertil Steril 102 (4):1029-1033
[2] Yakin, K., Balaban, B. & Urman, B.(2005) Fert Steril 83, 243-245
[3] Rubio et al (2012); Fertil Steril 98 (6):1458-1463
[4] Rubio et al (2014) Fertil Steril 102 (5):1287-1294,
[5] Meseguer et al (2012) Fertil Steril 98 (6):1481-1489
[6] Barrie et al (2013) Fert Steril 100 (3):S248